Die Evolution des Denkens

1. Allgemeine Prinzipien der Evolution

1.1 Planlosigkeit als Strategie
Nicht das Ziel bestimmt die Methode, sondern die aus der Funktion resultierende Methode das Ziel.
Bisheriges kann nicht weggeworfen werden. Die Evolution kann nur auf dem bisherigen aufbauen.
Es gibt zahlreiche Beispiele für unzweckmäßige oder sinnlos gewordene Vorgänge und Verhaltensweisen:
• Gänsehaut bei Kälte nützt nichts, wenn kein Fell mehr existiert.
• Ablage von Schildkröteneiern im Sand war sinnvoll, solange keine Möwen existierten, die die schlüpfenden Jungen fressen. Dass es trotzdem noch Seeschildkröten gibt, liegt nur daran, dass den Möwen infolge ihrer Streitsucht einige entgehen.
• Enten in Russland treten Vogelflug zu Fuß an, weil sie noch in der Mauser sind und deshalb nicht fliegen können. Sie gehen dabei zugrunde. Grund: durch Verlagerung ihrer Brutplätze um ein paar hundert Kilometer nach Süden tritt die kritische Tageslänge für den Vogelflug 14 Tage zu früh ein!
• Beispiele dieser Art schlechter Anpassung sind selten, weil sie normalerweise zu raschem Aussterben der Art führen.

Es gibt weitere Beispiele, wo es der Natur gelang, aus ursprünglichen Mängeln Vorteile zu machen. Diese Beispiele sind häufig, weil die entsprechenden Arten überlebten.

Durch Ermüdung der Reizempfänger können konstante Signale nur für Sekundenbruchteile empfangen werden. Dann sind alle bekannten Reizempfänger der Biologie wirkungslos. Sie reagieren demnach nur auf Änderungen. Deshalb wurden Alarmorgane entwickelt. Als durch Augenvibrationen (näheres am Schluss dieses Papiers) ein konstantes Sehen möglich wurde, wurde das Alarmprinzip aufrechterhalten durch komplizierte Verrechnungssysteme im Gehirn. Selbst uns erscheinen konstante Reize noch beruhigend. Bei Wegfall z.B. konstanter Geräusche empfinden wir plötzlich Angst (wovor eigentlich?).

Um die Empfindlichkeit der Augen von Nachttieren zu steigern, wanderten diese zur Stirn. Das führte zu Randunschärfen aller Bilder, da diese sich nicht deckten. Die Korrektur der Randunschärfen durch Verrechnungsmechanismen ermöglichte das Tiefensehen (als Nebenprodukt der eigentlichen Aufgabe) und führte zur Abbildung des 3D-Raumes in einem Teil des Gehirns, der für Simulationsaufgaben dient und Vorhersagen ermöglicht.

Auch in dem älteren Zwischenhirn existierte bereits eine Art Weltbild. Dieses hat sich unverändert bis in unsere Zeit erhalten und löst Verhaltensweisen aus, die unserer Umwelt nicht mehr angepasst sind:
• Ein Igel rollt sich vor einem Auto ein, statt wegzulaufen.
• Wir fürchten uns im Dunkeln, aber nicht im Verkehr.

Unsere Wahrnehmungsorgane sind Arterfahrung. Bevor wir erstmals die Augen aufschlagen, liegt bereits fest was diese sehen werden. Gestalten, Kontraste, Figuren, Bewegungen, Tiefe, Farbe (a priori Erfahrungen).

Unsere Sinnes-Leistungen sind sehr beschränkt. Wir haben nur fünf Sinne und diese sind höchst unvollkommen:
• Struktur der Empfangsorgane ist dürftig.

  Optisches Fenster ist lächerlich schmal.
  Kein Ultraschallempfang.
  Unempfindliches Geruchsorgan.
• Großhirnorganisation zur Auswertung von Signalen ist unvollkommen. Vorwiegend angeborene Schaltzentren. Täuschungen.

Als Fühlsphäre und Sehrinde im Gehirn sich trennten, entstand ein Hirngebiet zur Raumwahrnehmung und Simulation. Dadurch wurde unter anderem der Zahlbegriff erschlossen. So etwas kann uns noch mehrfach widerfahren, so dass uns noch viele Dimensionen der Welt derzeit verborgen sind. Unser Weltbild ist deshalb und aus anderen Gründen (veraltete Zwischenhirnorganisation) unobjektiv. Es ist
eine Schöpfung unseres Gehirns.

Unser Hirn wurde zum Überleben und nicht für Erkenntnis geschaffen. Raumkrümmung, atomare Vorgänge und Relativität der Zeit waren für das Überleben nicht wichtig. Diese Dinge erscheinen uns deshalb unlogisch (Welle - Korpuskel soll dasselbe sein!).

1.2 Das Qptimierungsprinzip der Evolution
Grundlage der evolutorischen Entwicklung ist Veränderung und Selektion. Es ist auf der Grundlage der Thermodynamik beweisbar, dass dieses Prinzip die Entstehung von Ordnung aus Unordnung ermöglicht. Dies ist kein Widerspruch zum zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, da ein Lebewesen kein abgeschlossenes System darstellt und deshalb die Entropie erst bei Einbeziehung der Umwelt wächst. Ähnlich wie beim Wachsen eines Kristalls oder der Synthese komplizierter Moleküle aus Atomen.

Symbiose, sexuelle Vermehrung und dergleichen begünstigten die Evolution außerordentlich, bzw. halfen dem jungen Leben über kritische Zeiten hinweg.

1.3 Abgrenzung gegen die ungeordnete Außenwelt
Sie erwies sich nötig um eben erst entstandene Ordnungszentren hinreichend zu stabilisieren. Dabei entstand das Ökonomieprinzip:
SO WENIG AUSSENWELT WIE MÖGLICH, ABER SOVIEL WIE NÖTIG!

Es entstand aus der wiedersprüchlichen Forderung nach Abgrenzung einerseits und Durchlässigkeit für Aufbaustoffe, Energie, Abfälle und Information andererseits.

Dieses Prinzip wird auch da aufrechterhalten, wo es sinnlos ist, z.B. bei der Begrenzung unserer Sinnesleistungen.

Da das Leben aus dem Meer entstand und sich auf dessen Jonenkonzentrationen Na:K:Ca = 100:2:1 einspielte, wurde nach der Abgrenzung diese Konzentration durch Regelvorgänge aufrecht erhalten. Sie findet sich noch heute in unseren 50 Litern Körperflüssigkeit (Blut, Gewebsflüssigkeit usw.).

1.4 Aus Not wird Tugend
Regelsysteme mit zeitlich verzögerter Reaktion führen stets auf unvermeidliche Regelschwingungen. Dadurch entstanden Zyklen und Rhythmen verschiedener Frequenzen. Nervenimpulse 10 HZ, Puls 1 HZ, Atmung 0,2 HZ, Blutdruckschwankungen, Schwankungen der Drüsenfunktionen, Schlafen, Menstruation, Population usw.

Diese Zyklen sind mehr oder weniger gut aufeinander abgestimmt (ganzzahlige Vielfache). Bei besonders guter "Stimmung" Lebensfreude. Dadurch erscheint die Welt in anderem Licht. Bei Hunger sehen wir nur Essbares, bei sexuellen Bedürfnissen nur Geschlechtspartner usw. So durchmustern wir die Welt stimmungsabhängig nach Möglichkeiten und Gefahren.

Glücksgefühl resultiert aus einer besonders guten Abstimmung vegetativer Funktionen. Die Stimmungen hängen demnach mit den Leistungsreserven zusammen und bewahren uns vor gefährlichen Abenteuern, wenn diese nicht ausreichen.

1.5 Schlüsselreize
Das Prinzip „So wenig Außenwelt wie möglich“... führt zu bizarren Beschränkungen:
• Ein Rotkehlchen balzt einen roten Federbusch an und lässt ein weniger rotes Weibchen völlig unbeachtet (Überreiz).
• Ein Kaisermantel (Schmetterling) bevorzugt eine mit der richtigen Frequenz rotierende gelb-schwarz gestreifte Walze vor dem Weibchen, das die Flügel rhythmisch auf- und zuklappt.
• Ein Huhn tötet ihr Küken durch Schnabelhiebe, wenn dieses durch ein Pflaster am Piepsen gehindert wird. Es lässt sich aber eine Wieselattrappe die piepst, zwar ängstlich, aber schließlich doch, als Küken unterschieben.

Die Natur spart mit Signalen, weil Feinde sie auch wahrnehmen. Dadurch sind Überreize möglich.

l.6 Sorglosigkeit durch Gewöhnung
Das Prinzip der Unterdrückung konstanter Reize wurde durch Zwischenhirnmechanismen ausgebaut. Wenige Tage alte Küken kümmern sich zwar nicht um überfliegende Enten, aber Bussarde in großer Höhe regen sie außerordentlich auf. Ebenso ein Holzkreuz, das an einem Faden vorbeigezogen wird, aber nur dann, wenn das kurze Ende in Bewegungsrichtung liegt (wie bei Raubvögeln).

Küken, die nach dem Schlüpfen in geschlossenen Räumen waren, reagieren in beiden Fällen mit Angst. Die im Freien haben sich an die Enten gewöhnt, an die seltenen Bussarde nicht.

Gewöhnung hat noch andere Auswirkungen. Normales Tageslicht erscheint uns weiß (farblos). Das seltenere, gefilterte Licht wird durch Farbeindrücke besonders hervorgehoben, wodurch eine starke Kontrastwirkung entsteht.

1.7 Die Fossilien leben zum großen Teil noch
Das macht den Biologen das Leben etwas leichter. Viele der Arten die zu den ältesten gehören, leben noch. Z.B. Bakterien, Blaualgen, Augentierchen (Euglena). Das gleiche gilt für die urweltlichen Nervensysteme die wir noch in unserem Hirn voll funktionsfähig vorfinden (Hirnstamm, Zwischenhirn).

Die ersten Lebewesen an der Grenze zur "toten" Materie existieren allerdings nicht mehr (Eobionten). Sie starben aus, weil sich die erfolgreicheren Prokarionten (Gene bilden noch keinen Zellkern) vor der Erfindung der Assimilation durch die Blaualgen, nur aus vorhandenem Material ernähren konnten. Auch sie waren nach Vernichtung aller Eobionten bereits vom Hungertod bedroht.

1.8 Trotz andauernder Evolution erscheinen alle Zwischenstufen optimal
Zwischenstufen sind in der Evolution nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Auch unsere Entwicklung ist nicht abgeschlossen. Der Prozess der Anpassung an die Umwelt ist somit ein kontinuierlicher. Fehlanpassungen werden normalerweise sofort eliminiert (Enten in Russland). Die Schildkröten sind 5oo Millionen Jahre auf der Erde. Die Vögel erst 15o Millionen Jahre. dass das Ei-Ausbrüten in Sand
trotzdem heute noch möglich ist, beruht nur auf der Streitsucht der Möwen. Das alljährliche Massaker ist aber sicher von keinem Gott geplant.

Durch Umbau wird keine Funktion behindert oder unterbrochen, weil die Anpassung langsam und kontinuierlich in kleinen Schritten vor sich geht.

1.9 Vererbung erworbener Eigenschaften gibt es nicht
Alle einschlägigen Beobachtungen und Versuche führten schließlich auf negative Resultate. Eigenschaften werden entweder durch die Art über Veränderung und Selektion, oder vom Lebewesen selbst durch Lernen erworben.

1.10 Lebenswichtige Vorgänge sind als Grundlage zur Sinneswahrnehmung ungeeignet
Pflanzen können nicht sehen, obwohl der Erfinder des Sehens, das Augentierchen, eine Pflanze ist. Blattbewegungen werden zwar durch Licht gesteuert, aber in einem Frequenzbereich, der für die Assimilation nicht brauchbar ist.

l.11 Innere Abbildung der Außenwelt
In jedem Lebewesen ist durch die Evolution seine Umwelt abgebildet. Könnten z.B. außerirdische Intelligenzen einen Hahn in ihre Gewalt bekommen, dann könnten sie durch ihn über seine Umwelt folgendes erfahren:
Schwerkraft: aus dem Knochenbau
Atmosphäre: Flügel
Luftdichte: Flügelgröße und Eigengewicht
Sonnentemperatur: Augenfarbstoff
Sauerstoff: Lunge, Hämoglobin
Umgebung: Darminhalt
...

Bei Versuchen mit Reizsonden im Zwischenhirn zeigt ein Hahn den Ablauf eines vollständigen Programmes zur Bekämpfung eines Wiesels.

Man merkt dabei deutlich, das er das nicht vorhandene Wiesel sieht und ortet. Auch wenn er nie zuvor in seinem Leben ein Wiesel zu Gesicht bekam. Das Bild des Wiesels ist ihm angeboren.

Im Dunkeln nehmen die vertrauten Gegenstände für uns gespenstische Formen an. Es sind dies die Bilder von Raubtieren aus archaischer Zeit.

Das Zwischenhirn besteht ausschließlich aus solchen fest vererbten, voll ablauffähigen Programmen für alle möglichen Umweltsituationen unserer Vorfahren. dass sie für uns zum großen Teil nicht mehr brauchbar sind, beweist, dass auch wir nur ein Zwischenstadium
darstellen. Es ist antropozentrische Naivität anzunehmen, dass 4.10
9 Jahre Evolution nur dazu dienten, den heutigen Menschen, der nur
4.10
4 Jahre alt ist, hervorzubringen (Krone der Schöpfung?).

Im Großhirn existiert ein weiteres, über das Weltbild des Zwischenhirns hinausgehendes Weltmodell, das Simulationszwecken dient und Vorhersagen ermöglicht.

2. Paläontologie des Gehirns
Das Gehirn entstand in mehreren Schichten, wobei sich die jeweils neueren Hirnteile über die älteren legten. Der Hirnstamm als ältester Teil liegt da, wo der Kopf auf der Wirbelsäule aufsitzt.
Darüber wölbt sich das Zwischenhirn und über dieses das Großhirn.

2.1 Der Hirnstamm
Syphilis Spirochäten waren die ersten Sonden zur Erforschung des Hirnstammes. Bei der Suche nach der Todesursache von Paralytikern stellte man fest, dass die Spirochäten in bestimmten, abgegrenzten Bezirken des Hirnstammes siedeln. Da äußerlich diese Grenzen sonst nicht zu erkennen sind, nimmt man an, dass sie sich an unterschiedlichen Gerüchen orientieren (die für uns auch nicht wahrnehmbar sind).
Aus der Zuordnung von Krankheitsbildern und befallenen Hirnteilen erfuhr man deren Funktion. Neben der Steuerung von Atmung, Kreislauf und Sexualität sitzt hier das Temperaturauge, das die Bluttemperatur misst und bei Kälte Gefäßerweiterung, Zittern, Gänsehaut usw. auslöst.

Ebenso wird der Zuckergehalt des Blutes gemessen und über Hungergefühl usw. geregelt. Ferner erfolgt eine Regelung aller möglichen Schwellen von Zwischenhirnprogrammen und dgl. damit nicht alles gleichzeitig abläuft (Befriedigung von Hunger, Geschlechtstrieb usw.).

Im Gegensatz zum gut entwickelten Zwischenhirn ist der Hirnstamm an unsere Bedürfnisse noch heute optimal angepasst.

Auch das Glückszentrum befindet sich in dieser Region. „Der schönste Tag war der meiner Gehirnoperation“, sagte ein Patient.

2.2 Das Zwischenhirn
Versuche mit Reizsonden zeigten, dass das Zwischenhirn ausnahmslos fest verdrahtete Programme zur Meisterung standardisierter Umweltsituationen enthält. Mit Hilfe dieser Programme ist ein Lebewesen an seine Umwelt optimal angepasst, solange diese sich nicht verändert. Das Wissen um diese Leistung vermittelt den Lebewesen ein Gefühl der Geborgenheit. Gleichzeitig lässt es aber keine Handlungsfreiheit zu. Unsicherheit und Zweifel sind dem Zwischenhirnwesen fremd, da seine Entscheidungen immer optimal sind.

Das Zwischenhirn ist damit die Materialisation eines Planes zur Bewältigung der Welt aufgrund einer Hypothese.

Das Weltbild des Zwischenhirns stellt nicht die Wahrheit dar, sondern die "Wirklichkeit" (von wirken), d.h. es beschränkt sich auf die Welt in der das Lebewesen wirken kann. Es entspricht der Welt unserer Träume (wenn die Katze - Großhirn - aus den Haus ist, haben die Mäuse Kirchweih).

In dieser Welt gibt es keine belanglosen Inhalte. Alles ist bedeutungsvoll. Diese Bedeutungen erscheinen uns als die Eigenschaften der Dinge schlechthin. Die Perspektive der Wirklichkeit ist egozentrisch.

Zwischenhirnprogramme sind angeboren (z.B. gehen, obwohl es so aussieht ob man es lernen müsste, weil die letzten Verdrahtungen erst wachsen. Wen man in der "Lernphase" hindert, der kann es nachher von selbst. Ebenso ist es bei Vögeln mit dem Fliegen. Reduktion auf die bescheidene Zwischenhirnwelt ist Ökonomie.

Was zur Wirklichkeit gehört, entscheidet die Stimmung. Für ein Zwischenhirnwesen verschwindet der Sexualpartner nach dem Geschlechtsakt aus der Welt. Er wird nicht mehr wahrgenommen.

Heutige Zwischenhirne weisen eine begrenzte Lernfähigkeit (zeitlich und gegenständlich begrenzt) auf. Das begann mit dem Einprägen des Mutterbildes durch "Nachfolgeprägung". Nestflüchter prägen sich das Bild der Mutter in den ersten 24 Stunden nach der Geburt ein. Mutter ist für sie der erste bewegte Gegenstand den sie in dieser Zeit sehen. Der Mutter zu folgen ist für sie ein erheblicher Überlebensvorteil. Heute weiß man, dass sich in den ersten drei Monaten nach der Geburt die letzten Nervenzellen bilden. Sie bleiben für den Rest des Lebens in dieser Form erhalten (Grundmuster). Ihre Verbindungen (Synapsen) entstehen umweltabhängig. Ebenso die Verdrahtungen. Eine monotone Umwelt in dieser Zeit führt zu irreparablen Schäden (Kaspar-Hauser-Experimente). Blind geborene,
denen durch Operation das Sehen ermöglicht wird, können damit nichts mehr anfangen. Sie schließen die Augen, wenn sie über die Straße gehen, da sie die Bilder nur verwirren.

Diese Lernfähigkeit, die mit dem Mutterbild begann, führte zur Entwicklung des Großhirns. Der Vorgang beim Lernen des Individuums ist physikalisch derselbe wie beim Lernen der Art durch Evolution.

2.3 Das Großhirn
Im Gegensatz zu Reizversuchen des Zwischenhirns mit Sonden, wo jede Reizung ein Programm auslöst, sind Reizversuche des Großhirns langweilig. Es scheint nahezu leer zu sein und wenn eine Reaktion zustande kommt, dann ist es kein ablaufendes Programm, sondern eine Einzelaktivität, z.B. Zucken eines Fingers oder kitzeln an einer bestimmten Hautstelle.

Die vordere Hirnhälfte dient der Aussendung von Signalen, die hintere dem Empfang. Sämtliche Zugänge zur Außenwelt erfolgen jedoch über das Zwischenhirn und werden von diesem kontrolliert und modifiziert. Schon die äußerlich erkennbare Struktur zeigt, dass das Großhirn die stark verdichtete Welt des Zwischenhirns wieder auffächert. Durch die obenerwähnte Modifikation kann aber auch diese Welt nicht völlig rational sein.

Da in unser rationales Denken immer wieder Komponenten einer archaischen Vergangenheit eingeschleust werden, entsteht die Vielfalt irrationalen menschlichen Handelns (Kriminalität, Kriege, Terror, Machtstreben, Raffgier, Entkopplung sexuellen Lustempfindens von Fortpflanzung, ...).

An bestimmten Stellen des Großhirns lassen sich undeutlich Zentren mit bestimmten Aufgabenkomplexen abgrenzen. Z.B.
Fühlsphäre (hintere Zentralwindung)
Motorik (vordere Zentralwindung)
Hörzentrum
Sehzentrum (Hinterkopf)
Zentrum für Raum und Zahlen (Scheitellappen)

Man kann in der Fühlsphäre jeder Stelle der Körperoberfläche einen Bildpunkt auf der Hirnrinde zuordnen. Dadurch entsteht auf dieser das Bild eines, auf dem Kopf stehenden Männchens mit merkwürdigen Verzerrungen. Lippen, Zunge und rechter Daumen sind riesengroß wegen der vielen Sensoren, die sie enthalten. Diesem Rinden-Männchen entspricht noch ein weiteres im Motorik-Zentrum, das Signale an die entsprechenden Körperstellen aussendet.

Der Stirnhirnlappen erweist sich bei Reizversuchen als völlig leer. Er wird auch nach Verletzungen, wo er größtenteils verloren gegangen ist, nicht vermisst. trotzdem ist er der menschlichste aller Hirnteile. Er ist nur bei Menschen vorhanden und stellt einen Arbeitsbereich dar, der einen Freiraum zum Denken bildet.

Weitere Eigenschaften des Großhirns werden wir unter "Sehen" kennenlernen. da die Entwicklung des Großhirns und des Denkens eng mit der Entwicklung des Gesichtssinnes zusammenhängt.

3. Die biologische Evolution
Das Weltall entstand nach unserer heutigen Kenntnis durch den Urknall (Big Bang) vor 1,37.1010 Jahren. Das Alter unserer Erde wird auf 4,7.109 Jahre geschätzt. Durch Abkühlung und Kondensation entstand damals das Weltmeer und eine Uratmosphäre, die Wasserstoff, Zyan, Methan, Ameisensäure, Nukleotide usw. enthielt. Durch Gewittertätigkeit entstanden daraus alle Komponenten, deren das Leben bedurfte, wie Aminosäuren, Nukleotide und kurze Nukleotidketten, fettähnliche Substanzen aus Carbonsäuren, die als Zellwände benötigt werden, Zucker zur Ernährung usw.

Dies kann im Experiment mit Entladungen in einer nachgebildeten Uratmosphäre nachvollzogen werden. Aber auch im Weltraum und in Kometen konnten die obengenannten Strukturen nachgewiesen werden. Die Vorstufen des Lebens auf unserer Erde könnten also auch kosmischen Ursprungs sein.

3.1 Selbstorganisierende Systeme
In der Uratmosphäre entstanden so alle Substanzen, deren das Leben bedurfte. Durch Niederschläge und Sedimentation gelangten sie ins Weltmeer und bildeten da die Ursuppe, die sich schließlich soweit anreicherte, dass die entstandenen Verbindungen chemisch miteinander reagieren konnten. Dabei bildeten sich Nukleotidsequenzen und Aminosäuresequenzen. Diese waren zunächst rein zufällig und wurden
auch immer wieder abgebaut, so dass keine bestimmte Substanz sich besonders anreichern konnte.

Dies wurde jedoch anders, als sich bestimmte Nukleinsäuren und Eiweißstoffe in einem Wechselspiel gegenseitig zu kopieren begannen. Die Kopien nahmen dadurch rasch an Konzentration zu und setzten sich gegenüber zufällig entstandenen durch. Dies umso mehr, als sie durch bestimmte Enzyme, die auf die gleiche Weise entstanden, in der Reaktionsgeschwindigkeit erheblich beschleunigt wurden.

Für diese These spricht:
Nukleinsäuren und Proteine bilden Schrauben gleicher Ganghöhe, die aneinander passen.
• Zwei unabhängig entstandene theoretische Arbeiten liefern den thermodynamischen Beweis, dass unter den Bedingungen der Ursuppe solche Systeme entstehen und innerhalb vernünftiger Zeiträume zu Leben führen müssen.

3.2 Eobionten
Durch Abgrenzung konnten sich die Systeme gegen Wiederzerstörung durch die Umwelt absichern. Auch die zufällige Abgrenzung von Wassertröpfchen in der Ursuppe lässt sich experimentell nachweisen. So entstanden reduplikationsfähige Systeme, die man bereits als Urlebewesen ansprechen muss. Sie enthielten ca. 30 Gene, aber noch keine Organellen und keinen Zellkern. Sie ernährten sich aus allem
organischen Material, das sie in der Ursuppe vorfanden. Auch diese Eobionten waren noch einer Veränderung durch die Umwelt ausgesetzt, trotz ihrer Abgrenzung. Ursachen sind Röntgen und UV-Strahlen, sowie chemische Einflüsse (Mutation).
Solange nur die Proteine verändert werden, ist das nicht schlimm. Eine Änderung der als Matrizen dienenden Nukleinsäuren ist aber erblich, da deren Fehler bei der Replikation erhalten bleiben.

Selektion brachte folgende Vorteile:
• chemische Potentiale wurden schneller oder gründlicher ausgebeutet.
• Es wurden höhere Umsätze erreicht
• sie waren stärker im Überstehen widriger Umwelteinflüsse
citius, altius, fortius (schneller, höher, stärker) kennzeichnete in Olympia den Sieger.

3.3 Prokarionten
Durch Zusammenschluss von 30 bis 40 Eobionten entstanden Systeme mit ca. 1000 Genen, die bei beginnender Nahrungsknappheit in der Ursuppe bessere Überlebenschancen hatten. Auch sie hätten keine Überlebenschance gehabt, wenn nicht eine Art, die Blaualgen, die Assimilation erfunden hätten. Sie begannen sich durch Licht zu ernähren und Sauerstoff zu produzieren, der höhere chemische Potentiale lieferte. Durch sie konnten sich wieder andere Arten entwickeln, die sich
von ihnen ernährten und den Sauerstoff zur Energiegewinnung nutzten. Damit gab es Tiere und Pflanzen. (Aerobier, Anaerobier die keinen Sauerstoff benötigten und Photosynthetiker, die sich durch Licht ernährten).

Die Prokarionten oder Kernlosen haben sich trotz ihrer Primitivität als die erfolgreichste Art erwiesen. Als Algen und Bakterien besiedeln sie noch heute jeden Quadratmillimeter Erdoberfläche. Als Darmbakterien sind sie auch unersätzlicher Bestandteil des Menschen.

3.4 Eukarionten
Die Kernhaltigen sind wesentlich komplexer aufgebaut. Eine Amöbe enthält bereits 105 Gene und eine Menschenzelle sogar 6.106.

Der Sprung vom Prokarionten zur Amöbe war deshalb schwieriger als der von der Amöbe zum Menschen. Auch er erfolgte durch Symbiose. Blaualgen und Bakterien wurden in Pflanzenzellen, Pantoffeltierchen usw. integriert. Sie bildeten dort Mitochondrien (Kraftwerke), Chloroplasten, Antriebsmechanismen usw. ihre Gene lieferten sie bis auf einen kleinen Rest, der ihnen eine gewisse Autonomie verleiht (60-70), an einen gemeinsamen Genpool (Zellkern) ab. Arbeitsteilung in der Zelle.

3.5 Unterdrückung von Genen
Arbeitsteilung und Zusammenarbeit erfordert, dass nicht jeder Partner seine Fähigkeiten ständig voll ausspielt. Blockierung und Deblockierung durch programmiertes Zusammenspiel von Genen und Umwelteinflüssen. Durch Ökonomie (Nur deblockierte Genteile produzieren Eiweiß) Überlegenheit gegenüber Konkurrenten. Fähigkeit zur Anpassung. Die Genunterdrückung kannten schon die Prokarionten. Sie ist ein sehr einfacher Mechanismus der sich als sehr erfolgreich erwies. Anpassung ist eben vorteilhaft.

3.6 Wachstumsbegrenzung
Wenn eine Zelle sich alle 20 Minuten teilt, füllt sie in wenigen Wochen mit ihren Nachkommen das Sonnensystem. Damit nicht alle verhungern ist eine Wachstumsbegrenzung erforderlich. Sie erfolgt durch ausgeschiedene Informationsstoffe. Einzelne Bakterien sterben an Vereinsamung, wenn sie diesen Stoff völlig missen.

3.7 Dar programmierte Tod
Bei Hunger scheiden die Amöben einen Stoff (cAMP) aus, dem sie gegenseitig zustreben und der sie veranlasst, einen gemeinsamen Fruchtkörper zu bilden. Man nennt diesen Stoff "Gott der Amöben" weil er sie zu einer Angleichung ihrer Rythmen veranlasst. Alle Bewegungen der Einzeller im ganzen Fruchtkörper erfolgen schließlich gleichzeitig (synchron). Nach dieser Einstimmung bilden sie Sporen. Nur die zuletzt angekommenen, die den Stiel bilden, sterben. Wer Stiel wird, wird jedoch in einem relativ späten Stadium der Zeremonie entschieden. Nach dem 'Point of no return' ist dieser Tod jedoch fest programmiert. Um ihn zu vermeiden, versuchen die im Bewegungsstrom, Eindringlinge nicht hinein zu lassen (wie im Autoverkehr!).

Auch höhere Lebewesen sind auf Tod programmiert. Das Bindegewebe und andere Körperzellen ermöglichen ziemlich genau 50 Teilungen und nicht mehr. Da ca. alle zwei Jahre eine Teilung stattfindet, ist unser natürliches Alter 100 Jahre. Unsterbliche Zellen würden die Evolution verhindern. Durch den programmierten Tod bleibt die Art jung.

Die unsterblichen Krebszellen töten ihren Wirt und sterben dadurch selbst. Sie werden durch Mutation aus gesunden Zellen aber immer wieder neu gebildet.

3.8 Mehrzeller
Sie entstanden ursprünglich fehlerhaft durch verschleimende, klebende Zellwände. Da dieser Zusammenhalt sich aber als Vorteil erwies, wurde rasch ein Prinzip daraus und es entstanden ganze Zellhaufen. Durch Spezialisierung entwickelten sich aus diesen höhere Lebewesen.

3.9 Informationsübertragung innerhalb von Lebewesen
Durch Ausscheidung bestimmter Stoffe aus Organellen, die an anderer Stelle einer Zelle oder eines Lebewesens gerochen werden können (Schlüsselmoleküle oder Hormone), werden Informationen gezielt weitergeleitet.

Spätestens bei den Mehrzellern waren koordinierte Handlungsabläufe nach diesem Prinzip nicht mehr möglich, da die Laufzeiten der Signale zu groß waren. Die Drüsenzellen wuchsen deshalb durch Streckung des Zellkörpers dem Empfangsort entgegen.

Dies geschah in mehreren (bis zu einigen tausend) Fortsätzen pro Zelle. So entstanden die Nerven. In den Synapsen übergeben sie noch immer Nachrichtenstoffe (Hormone) an die Empfänger der Signale. Dies sind auch die Stellen, an denen unsere Medikamente zur Wirkung kommen.

Mit der Entwicklung von Sinnesorganen oder Sinnesorganellen gelangten auch Nachrichten aus der Umwelt ins Zelleninnere. Vorher nur Nahrung und Energie!

3.10 Sexualität
Sie dient der Beschleunigung der Evolution. Eine neue Eigenschaft, die sich bewährt,verbreitet sich rasch über die ganze Art.

Eine befruchtete Eizelle (Zygote) hat zwei Chromosomensätze (Genome).
Man nennt sie deshalb diploid. Bei Mehrzellern teilen sich diese diploiden Zellen bis zur Geschlechtsreife (durch einfache Zellteilung
(Mitose). Die diploiden Geschlechtszellen produzieren je nach Geschlecht Samenzellen oder Eizellen durch Reduktionsteilung (Meiose), wobei die entstandenen Zellen wieder nur ein Genom enthalten, das heißt haploid sind. Vor der Meiose erfolgt ein stückweiser Austausch väterlichen und mütterlichen Erbgutes ( crossing-over).
Außerdem treten in der Nachkommenschaft väterliche oder mütterliche Genone gemischt auf. Die Befruchtung genetisch identischer Zellen wird überdies durch mehrere Mechanismen verhindert.

3.11 Stabilität
Wird bei jeder Meiose durchbrochen. Alle Zellen eines Individuums haben jedoch (normalerweise) gleiche Genome.

Durch allzu große Mutationsfreudigkeit ginge der Selektionsvorteil verloren. Der neue Status muss erst "stabilisiert" werden. Ein ausgewogenes Verhältnis von Stabilität und Mutabilität ist nötig.

3.12 Spezialisierung und Abhängigkeit
Die ersten abgegrenzten Tröpfchen in der Ursuppe waren kugelig. Später tauchten längliche Strukturen mit zwei Polen auf. Darin spiegelt sich die Polarität der Materie wieder. Da die Umwelt der Pole verschieden war (durch einseitiges Festsitzen oder durch Bewegungsrichtung) fand bald eine Arbeitsteilung statt. In Vielzellern entstand diese durch Gendepression.

Damit mussten sich die Spezialisten darauf verlassen dass die anderen funktionieren (schicksalhafte Abhängigkeit). Vor allen dann, wenn der 'Point of no return' bereits überschritten war.

Die Saurier waren mit bizarren Sonderkonstruktionen an die Umwelt angepasst. Deshalb starben sie, als diese sich veränderte. Am besten ist ausgewogene Abhängigkeit und Kooperation. Beispiel sind die allgegenwärtigen Amseln, während die auf Röhricht spezialisierten Bartmeisen vom Aussterben bedroht sind.

3.13 Population
Ungehemmter Konkurrenzkampf fährt zum Zusammenbruch jeder Population. Deshalb sieht die Natur Hemmungs-Mechanismen vor.
Konkurrenz zwischen verschiedenen Populationen der gleichen Art bringt jedoch Selektionsvorteile.

3.14 Revierverhalten
Reviergrenzen sind da, wo sich beiderseitige Aggressionen die Waage halten. Vertrauen ist gekoppelt mit Aggressionsbereitschaft (vertraute Umwelt wird verteidigt, fremde führt zur Fluchtbereitschaft).

4. Entwicklung der Sinnesorgane
Sie entwickelten sich parallel mit der Entwicklung des Zwischenhirns und dessen Verhaltensprogrammen.

4.1 Geruchssinn
Schlüsselmoleküle prüfen auf Übereinstimmung. Wahrscheinlich ältestes Sinnesorgan.

4.2 Tastsinn
Man unterscheidet die Sinne u.a. nach ihrer "Zuständlichkeit". Die Zuständlichkeit des Tastsinnes ist sehr hoch, weil er anzeigt, dass uns jemand schon auf die Pelle gerückt ist. Aus ihm ist auch das Gehör hervorgegangen. Auch die Bauchdecke ist zumindest für tiefe Töne schallempfindlich. Die Kitzlichkeit der Fußsohlen beruht auf ihrer besonders empfindlichen Entwicklung zum Ertasten kleiner Gegenstände beim Gehen.

4.3 Geschmackssinn
Bitter (unangenehm) warnt vor Pflanzengiften (Alkaloiden).
Sauer (unangenehm) warnt vor unreifen Früchten.
Salzig (in kleinen Mengen angenehm) deckt Bedarf an Mineralstoff (Na)
Süß (sehr angenehm) weist auf nahrhafte Lebensmittel hin.

4.4 Gehörsinn
Aus Haut wird Trommelfell entwickelt (noch bei jedem Embryo).
Die Gehörknöchelchen entstanden aus Kieferknochen.
Entwicklung: Geräuschempfindung, Ton-Melodie, Wort, Satz, Namen

4.5 Gesichtssinn und Denken
Am durchsichtigen Augentierchen (Euglena), einem Einzeller der zu den ältesten existierenden Arten gehört, ist ein roter Fleck an der Oberfläche zu beobachten, der von Anfang an als Auge aufgefasst wurde. Er ist aber nur ein Schatten werfendes Pigment.

Fällt dieser Schatten auf die Wurzel der Geißel des Tierchens, dann schlägt diese so, dass eine Geradeausbewegung erfolgt. Ansonsten bewegt es sich wie zufällig in allen möglichen Richtungen. Durch diesen Mechanismus findet es zum Licht, von dem es sich ernährt. Es ist nämlich genaugenommen eine Pflanze, aber im Dunkeln frißt es auch andere Zellen. Der Pigmentfleck besteht aus Sehpurpur.

Die Verwandtschaft mit den Sinneszellen auf der Netzhaut ist frappierend. Sogar die für das Sehen höchstens störende Geißel ist noch da. Die Natur kann eben nichts wegwerfen! Das Pigment wurde inzwischen allerdings zur Lichtempfangssubstanz umfunktioniert, deren Zersetzungsgrad die Lichtintensität anzeigt.

Als die ersten Lebewesen mit Euglena eine Symbiose eingingen, wurde die entsprechende Hautstelle bald die empfindlichste und wichtigste Stelle. Um sie zu schützen, wurde sie in eine Grube eingebettet. Da das Grubeninnere je nach Lichtrichtung eine andere Helligkeitsverteilung aufwies, entstand ein Organ zur Bestimmung der Lichtrichtung. Diese konnte umso genauer bestimmt werden, je kleiner das Loch war (Lochauge, heute noch beim Nautilus vorhanden). Die so entstandene Lochkamera entwarf ein Bild auf der Netzhaut, mit dem das Nervensystem aber nichts anfangen konnte, deshalb wurde dieses störende Bild mit Hilfe komplizierter Verrechnungen unterdrückt.

Das Lochauge verstopfte sich leicht. Um dies zu verhindern, wurde das Loch mit einer dünnen, durchsichtigen Haut überspannt. Es zeigte sich, dass das Bild und damit die Richtungsmessung genauer (schärfer) wurde, wenn diese Haut sich in der Mitte verdickte. Die optimale Linsenform war dann bald gefunden. Die Linsenkamera war fertig.

570 Millionen Jahre wußte die Natur mit dem exzellenten Bild dieser Kamera nichts richtiges anzufangen. Das Auge war nur Alarmorgan, da die Sinneszellen bei Dauerbelichtung rasch erblindeten, so dass sie nur Änderungen wahrnehmen konnten.

Erst vor 30 Millionen Jahren lernten gewisse Säugetiere im Tier-Mensch-Übergangsfeld durch Augenvibrationen (50 HZ, eine Winkelminute Amplitude) diesen Ermüdungseffekt zu beseitigen und ein konstantes Bild zu empfangen. Nun war die Zeit gekommen, wo das Großhirn ein besseres Weltbild aufbauen konnte. Zuvor kam aber noch eine wesentliche Verbesserung hinzu.

Die Bilder der ursprünglich beiderseits des Kopfes angebrachten Augen (Alarmorgane erforderten Rundsicht) zeigten vorne einen kleinen Überlappungsbereich. Bei Nachttieren lernte das Hirn die bereits im Rauschen liegenden Signale dunkler Objekte zu filtern, indem es die Bilder beider Augen auswertete und die korrelierten (weitgehend übereinstimmenden) Nutzsignale von den unkorrelierten Störsignalen trennte. Dies gab einen Selektionsvorteil, der mit der Größe des Überlappungsbereiches wuchs. So wanderten die Augen zur Stirn. Die Nachtempfindlichkeit wurde dadurch um den Faktor 10 besser.

Durch den Augenabstand sind die Bilder der beiden Augen nicht deckungsgleich. Es entstanden deshalb gleichzeitig Verrechnungsnetzwerke, die die Randunschärfen beseitigten. Dabei fiel als Abfallprodukt die Tiefeninformation (räumliche Tiefe) an.

Zu ihrer Nutzung entstand ein neuer Hirnteil zwischen Fühlsphäre und Sehzentrum, der Scheitellappen. Er dient der Raumwahrnehmung und der Aufnahme eines Weltmodelles zu Simulationszwecken.

Da die räumliche Einordnung von gleichartigen Objekten deren Unterscheidbarkeit ermöglicht, entstand hier auch der Zahlbegriff (Unterscheidbarkeit der Finger). Das Kopfrechnen belegt einen Teil des Scheitellappens. Ebenso die Links-Rechts-Unterscheidung, die im Gegensatz zu oben-unten (Schwerkraft) und vorne-hinten (Bewegungsrichtung), eine Eigenleistung des Gehirns darstellt (die Unterscheidung links-rechts ist deshalb manchmal fehlerhaft, niemals jedoch vorne-hinten oder oben-unten). Auf diese Weise lief die Entwicklung des Denkens, mit der des Sehorgans parallel (Eulen haben ebenfalls beide Augen vorn. Sinnbild der Weisheit!).

Dieses Denken erfolgte noch in Bildern. Auch heute werten wir bei bestimmten Gehirnvorgängen (Autofahren usw.) mechanisch Bilder aus. Das eigentliche, bewusste Denken erfolgt jedoch in (gesprochenen, wenn auch unhörbaren) Worten. Es konnte sich also erst mit der Sprache entwickeln. die parallel mit der des Kehlkopfes einherging. Sie nahm ihren Ausgang wohl im Hörerlebnis der eigenen Atemgeräusche nach dem Laufen und der Beobachtung, dass man mit ihnen Signale geben und sie durch Veränderung von Lippen und Zunge modifizieren konnte. Auch die Nachbildung von Vogelgesängen dürfte an dieser Entwicklung wesentlich beteiligt gewesen sein, weil das Melodiezentrum in einem älteren Hirnteil liegt als das Wortzentrum. Der Australopitecus konnte sich vor vier Millionen Jahren bereits durch Laute und Gebärden verständigen.

Der Homo errectus vor l.2 Millionen Jahren konnte bereits langsam sprechen, aber ohne die Vokale a, e und u, die sein Kehlkopf nicht schaffte. Erst der Neandertaler beherrschte vor 300 000 Jahren eine einwandfreie Sprache. Auch sein Denken war entsprechend hoch entwickelt. Der heutige Mensch (Cromagnonmensch, seit 40000 Jahren) brachte hier nur noch unwesentliche Weiterentwicklungen.

Weitere Eigenschaften unseres Sehorganes (außer Warnung und Abbildung der Wirklichkeit):
• Bestimmung der Tageslänge (Synchronisation der inneren Uhr)
Bei Tieren Bestimmung der Zeit, zu der Brunft oder Vogelflug fällig sind, aus der Tageslänge.
• Hebung der Stimmung bei Sonnenschein
• Auslösung von reflektorischen Augendrehungen bei Erregung peripherer Reizempfänger
• Bildverarbeitung in der Netzhaut ist bereits so intensiv, dass das Impulsmuster auf den Leitungen (Sehnerv) mit dem Bild nur noch wenig gemeinsam hat.

Daten:
• Stelle schärfsten Sehens (Netzhautgrube, Fovea) hat 0,2 mm Durchmesser
• Peripherie ist (durch Parallelschaltung von Sensoren etwa 100-mal empfindlicher als die Fovea. Sie kann etwa 20-70 Quanten erkennen
• 2.10
8 Rezeptoren pro Auge
• 2.10
6 Leitungen

Durch die Verrechnungsmechanismen werden Konturen und Kontraste verstärkt, aber auch optische Täuschungen hervorgebracht.

Zum Lesen dient eine Stelle im Scheitellappen. Unmittelbar dahinter ist das Sehfeld untergebracht, insbesondere die "optische Aufmerksamkeit". Zum Schreiben dient ein Feld zwischen der Hand des sensorischen Rindenmännchens und dem Lesefeld.

Das Raummodell entwickelte sich zum Vorstellungsraum. Unsere Sprache gibt das noch heute wieder. Wir wenden ein Problem hin und her, betrachten es von allen Seiten, verschaffen uns einen Überblick und versuchen es besser zu erfassen und zu begreifen.

Das Sprachzentrum:
anschließend an Lippen-. Zungen- und Kehlkopfsteuerung (aber nicht identisch) (Sprache ist eben mehr als Zungen- und Kehlkopfbewegung).
• vorne grenzt das Stirnhirn an (abstrakte Begriffe und nicht presente Objekte)
• echte Lautsprache in dieser Ausbildung nur beim Menschen
• die Sprache ist Ausdruck des Denkens. Deshalb finden sich in ihr auch Spuren der Entwicklung des Denkens.
• Elemente des Denkens sind (meist unhörbar) gesprochene Worte.
• das Sprachzentrum ist vom Scheitellappen getrennt in neueren Hirnteilen (Bilddenken ist älter).
• an der Hirnstruktur kann man direkt die Reihenfolge der Entwicklung ablesen.
• Ton-Lautbildung (in der Nähe von Zungen- und Kehlkopfmotorik)
• Melodie-Wort (anschließend an Augenbewegungen)
• Namensprechen (anschließend an Kraftgefühl (ich?))
• Satzbildung (anschließend an das Zentrum für "tätige Gedanken")

5.Konsequenzen aus der Entwicklung und dem Ausbau des Gehirns.
5.1 Irrationalität menschlichen Verhaltens
Ein nahes Geräusch hinter uns (wo wir keine Augen haben) erschreckt uns mehr als ein ferner Knall. In einen Rechtsstaat mit hochentwickelter Waffentechnik wäre es umgekehrt oft besser.

Dunkelangst und Gespenstersehen sind Relikte aus dem Dschungel. Bei freiem Verhalten würden wir gegen vitale Bedingungen verstoßen, da wir noch nicht gelernt haben, die elementaren Lebensbedürfnisse ohne die archaischen Programme des Zwischenhirns zu meistern. Andererseits hat das Großhirn die Bedingungen und Möglichkeiten unserer Existenz radikal erweitert.

Dies ermöglichte zunächst eine viel größere Zahl von Menschen zu ernähren, als es unter natürlichen Bedingungen der Fall wäre. Dadurch begaben wir uns in eine Abhängigkeit von Raubbau an begrenzten Resourcen, die auch die Existenz der Menschheit auf dieser Basis zeitlich begrenzt. Obwohl dadurch eine entsetzliche Katastrophe in absehbarer Zeit heraufbeschworen wird, verschließen wir uns dieser Tatsache mit erschütternder Naivität.

Alles dies beweist, dass wir das Tier-Mensch-Übergangsfeld noch nicht verlassen haben. Der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach. Hier liegt der Schlüssel zu einem Schuld-Bewusstsein, das sich in der Idee von der Erbsünde widerspiegelt. Die Wurzeln dieser Schuld haben wir tatsächlich mit unserem Zwischenhirn geerbt.

Es gibt aber auch Kooperation zwischen Großhirn und Zwischenhirn. Immerhin haben wir es durch diese zu einer der herrschenden Arten gebracht. (Neben Bakterien und Insekten, gegen die wir uns nicht überzeugend durchsetzen können).

Bei großem Hunger existiert für uns nur Essbares. Ein prinzipieller Unterschied zum primitiven Automatikverhalten einer Zecke ist dann nicht mehr da, nur der Ablauf ist etwas komplexer. Wir befinden uns auf Grund unserer Triebreaktionen in einer gefährlichen Situation (deshalb sind unsere Gebote meist Verbote). Wenn die Küchendüfte aus Nachbars Wohnung kommen, schießen uns die Verdauungssäfte ein. Wir kriegen Lust uns der Köstlichkeiten dieser Küche zu bemächtigen und tun dies auch, wenn wir uns vor Entdeckung völlig sicher fühlen. Zumindest, wenn der Hunger genügend groß ist.

Durch Extrapolation der Evolution kann man schließen, dass die Menschheit den irrationalen Zwischenhirneinfluss in etwa 105 Jahren überwunden haben wird. Dies könnte man als die erhoffte "Erlösung" ansehen.

Unsere Wirklichkeit ändert sich stimmungsabhängig (d.h. von unserer Stimmung abhängig). Sie wird dadurch zwar unobjektiv, aber Welt und Stimmung entsprechen einander (archaische Harmonie). Dadurch werden wir vor leichtsinnigen Abenteuern bewahrt, wenn wir nicht in Höchstform sind. Anderenfalls können solche Abenteuer aber Vorteile bedeuten.

Unser Erschrecken über Kriminalität, Krieg und Terror beruht auf der Erkenntnis unserer Unfähigkeit, diese Phänomene rational zu lösen. Das ist die Hypothek, die wir für die Freiheit des Denkens mit Hilfe des Großhirns bezahlen müssen. Unsere Erwartungen sind einfach zu hoch. Wir entscheiden immer noch unselbständig aufgrund von Arterfahrungen. An eine vollendete Welt sind wir noch nicht angepasst. In dieser gibt es aber auch keine Gefühle mehr, Kunst wird sinnlos usw.

5.2 Homo Sapiens?
Dieser Begriff entstammt einem Traum aus der Zeit der Aufklärung. Wir haben noch keine rationale Freiheit, deshalb passt er noch nicht auf uns. Unser anachronistischer Hirnaufbau setzt der Rationalität und der Entscheidungsfreiheit Grenzen. Einsicht und Handeln entsprechen einander nicht. Dies erkennen ist alles was wir können.

Wir begegneten diesem Sachverhalt mit der "Sabotage-Hypothese" (das Böse ist außerhalb).

Auf dieser Hypothese basiert die Erfindung des Teufels oder der Konterrevolutionäre (Ausbeuter). Diese zu bekämpfen erscheint unter dem Licht dieser Hypothese fast wie eine moralische Verpflichtung. So entstand der Exorzismus und die Revolution.

Trotz dieser Maßnahmen stellte sich jedoch die Rechtgläubigkeit nicht ein. Sie haben nur maßloses Elend über die Menschen gebracht.

Hölderlin: Nichts lässt die Erde sicherer zur Hölle werden, als der Versuch sie zum Himmel zu machen.

Rationale Pläne sind auf die irrationale Menschenwelt nicht anwendbar, weil sie unsere Natur nicht berücksichtigen (im Kommunismus sind alle Menschen gleich, aber manche sind gleicher!). Seltsamerweise berücksichtigen wir diesen Sachverhalt bei der Behandlung von Einzelindividuen in Recht, Medizin und Psychologie. im Bereich der Soziologie, Politik, Wirtschaft usw. bleibt er unberücksichtigt.

5.3 Wieso erscheint uns die Welt harmonisch?
1. Die Hirngliederung ist nicht so ideal, wie sie bisher dargestellt wurde. Man kann auch andere Ordnungsprinzipien einführen. Ein "Zwischenhirnwesen" wie wir es bisher behandelt haben, gibt es nicht exakt.

2. Die Natur des Bewusstseins ist ebenso ungeklärt wie die Schwerkraft. Die Forschung wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet.
Wegen dieses Missverhältnisses zwischen Harmonie und Realität gilt die Überschrift auch nicht ganz.

3. Die Hauptantwort auf die Frage ist jedoch die, dass Übergangsstadien in der Evolution nicht die Ausnahme, sondern die Regel darstellen.

Weil die Evolution ein fließender OptimierungsProzess ist, dessen Zeitkonstante klein ist gegen die Zeitkonstanten natürlicher Umweltveränderungen, ist eine ständig optimale Anpassung trotz Veränderung möglich. Wir haben jedoch aufgrund unseres Großhirns die Umwelt in einer Zeitspanne, die klein gegen die Optimierungszeitkonstante ist, radikal verändert.

So erklärt sich unsere heutige Nichtanpassung mit allen ihren Konsequenzen.
Da Nichtangepasste in der Evolution aussterben. droht uns das gleiche Schicksal, wenn es uns nicht gelingt, zum ursprünglichen Zustand der Anpassung zurückzukehren.

Die Eigenschaften unserer Welt sollten nicht nach dem Maßstab wahr-falsch, sondern lebensfreundlich-lebensfeindlich gemessen werden. Unsere Vorstellung passt nur auf Maßstäbe, mit denen wir in unserer Wirklichkeit zu tun haben. Relativität der Zeit und Raumkrümmung oder atomare Phänomene sind für das Überleben in einer natürlichen Umwelt unwichtig. Diese Welt ist deshalb für uns unvorstellbar, weil unser Hirn nicht an sie angepasst ist. Erst wenn wir sie mit Hilfe der aus dem räumlichen Denken entstandenen mathematischen Methodik behandeln, das heißt mit abstrakten Modellen identifizieren, wird sie uns zugänglich. Sie ist dann so richtig oder falsch wie es diese Modelle sind.

Der Zwang zu biologischer Anpassung führt uns mehr und mehr zu objektiver Erkenntnis. dass die Ideen des Handelnden eine Struktur aufweisen, die auf die objektiven Eigenschaften der Umwelt passen, ist kein Wunder, sondern das Ergebnis evolutorischer Anpassung.

5.4 Weltgeist
Geist ist ein nicht exakt definierter Begriff. Man kann darunter u.a. verstehen:
• bewusstes Erleben
• logische Strukturen
• Information, die in einem Aussagenpaket steckt
• außernatürliche Intelligenz (nicht an Materie oder Strahlung gebunden)

Da letztere Definition nie mit wissenschaftlichen Methoden erfasst werden kann, weil diese nur auf die Natur anwendbar sind, ist sie für uns nicht brauchbar. Wir können Geist im Sinn einer der obigen Definitionen nur an Materie gebunden beobachten. (in Lebewesen, Speichern, Datenträgern, Signalen, Modellen usw.).
Unter allen Arten von Modellen scheinen die mathematischen eine besondere Rolle zu spielen, weil wir uns ihrer durch bloßes Nachdenken (lediglich unter Zuhilfenahme von Papier und Bleistift als Externspeicher) bedienen können.

Bei Diskussionen über den Begriff Geist landet man daher fast immer bei der scheinbaren Unabhängigkeit der mathematischen Erkenntnis von der Materie. Mathematik ist jedoch räumliche Ordnung. Sie ist deshalb auf alle Erscheinungsformen des (materieerfüllten, nicht des leeren) Raumes anwendbar. Die Prinzipien dieser Ordnung passen auf viele (aber nur irgendwie räumliche) Modelle und sind deshalb abstrahierbar und auf ähnliche Modelle übertragbar. Aber selbst diese Abstraktion existiert nicht "an sich", sondern höchstens in Gehirnen, Papierdokumenten und dgl., d.h. stets an Materie gebunden.

Das Gehirn hat das Denken nicht erfunden, ebensowenig wie die Beine das Gehen. Gehen und Denken sind Antworten der Evolution auf Bedürfnisse von Lebewesen.

Nachtrag zum Hören.
Entstehung der Diatonik:
Im Ohr entstehen aus zwei Tönen durch Nichtlinearitäten Oberwellen und Kombinationstöne. Letztere "trüben" das Bild.

Sie sind minimal bei rationalen Frequenzverhältnissen, vor allem wenn diese einfach sind. Das ist der Fall bei Oktave (l:2), Quinte (2:3), Quarte (3:4) usw. So entstehen Konsonanzen. Starke Trübungen werden als Dissonanzen empfunden.

Zum Thema Augenvibrationen:
Als die ersten Astronauten über die von ihnen mit bloßem Auge beobachteten Details auf der Erdoberfläche berichteten, stellte man bald fest, dass die Zäpfchen und Stäbchen auf der Netzhaut gar nicht dicht genug stehen, um die beobachtete Auflösung zu ergeben. Man kannte allerdings schon Zitter-Bewegungen der Haut mit etwa 10 Hertz, die sich zum Beispiel bei Kälte deutlich merkbar verstärken.

Das legte die Vermutung nahe, dass auch die Augen rasche Vibrationsbewegungen ausführen, die sich in der Schwerelosigkeit verstärken und so Lichteindrücke aus den Zwischenräumen der Rezeptoren auf der Netzhaut aufnehmen. Um dies nachzuweisen, klebte man Versuchspersonen leichte Spiegel auf den Augapfel, die mit den Augen mit-vibrierten und so auf der Netzhaut ruhende Bilder erzeugten. Das verblüffende Ergebnis war, dass die Bilder trotz konstanter Lichteinwirkung infolge Ermüdung der Rezeptoren nach Sekunden verschwanden. Nur bewegte Bildteile wurden dauernd wahrgenommen. Ohne Vibrationen ist das Auge also nur Alarmorgan für Bewegungen.

Vögel haben keine Augenvibrationen. Der Adler sieht die Maus, weil sie sich bewegt. Um das Gesamtbild zu sehen, müssen die Vögel den Kopf ruckartig drehen, dann sehen sie für Sekunden auch ruhende Objekte, bevor die Rezeptoren wieder ermüden.